Rathaus Galerie Huelsen

FOTO: FOCKE STRANGMANN

Erinnerung zwischen Kunst und Landschaft

Der kleine Park in Hülsen wirkt heute ruhig und einladend, doch seine Vergangenheit ist vielschichtig. Zwischen den Bäumen engagiert sich Uwe Kaiser dafür, die Geschichten dieses Ortes sichtbar zu halten und mit den Mitteln der Kunst neu erfahrbar zu machen. Was früher ein Gelände mit wechselvoller Nutzung war, ist heute ein Raum, in dem Vergangenheit und kreative Ausdrucksformen aufeinandertreffen.

Ein Gelände mit vielen Spuren

Noch immer ist kaum bekannt, dass sich hier nach dem Zweiten Weltkrieg ein Kreisflüchtlingslager befand. In schlichten Holzbaracken fanden zahlreiche Familien vorübergehend Unterkunft. Erinnerungen an enge Räume, provisorische Heizungen und den gemeinsamen Alltag prägen die Erzählungen ehemaliger Bewohner. Für manche war der Aufenthalt nur kurz, für andere wurde das Lager über viele Jahre zum Lebensmittelpunkt.

Kaiser lernte diese Geschichten bereits als Kind kennen, da seine Familie in unmittelbarer Nähe lebte und mit vielen der damaligen Bewohner in Kontakt kam. Diese frühen Begegnungen ließen ihn die Bedeutung des Ortes nie aus den Augen verlieren.

Schon vor dem Flüchtlingslager hatte das Gelände unterschiedliche Funktionen. In den 1930er‑ und frühen 1940er‑Jahren befand sich hier eine Motorsportschule des NSKK, und während des Krieges wurden große Mengen Munition in Gebäuden und ehemaligen Bergwerksschächten gelagert. Nach 1945 entfernten die Besatzungstruppen die verbliebenen Bestände, und die markanten Bauwerke dieser Zeit verschwanden nach und nach.

In den 1950er‑Jahren leerte sich das Lager allmählich. Manche Menschen zogen weiter, andere fanden in Hülsen einen dauerhaften Wohnort. Mit der Zeit wurden die Baracken abgerissen, und die Freiflächen verwandelten sich langsam in den grünen Park, wie er heute erscheint.

Die Galerie Rathaus Hülsen – Kunst als Verbindung zur Vergangenheit

Im Herzen des kleinen Wäldchens steht das ehemalige Hülsener Rathaus, das Uwe Kaiser vor vielen Jahren in einen lebendigen Kulturort verwandelte. Die Galerie Rathaus Hülsen zeigt wechselnde Kunstausstellungen, Projekte und Veranstaltungen, die nicht nur Kreatives präsentieren, sondern auch die Geschichte des Ortes in einen neuen Zusammenhang stellen.

Der Raum versteht sich bewusst nicht als Gedenkstätte. Stattdessen nutzt die Galerie künstlerische Perspektiven, um historische Erfahrungen greifbar zu machen. Dokumente, Erzählungen und geplante Modelle des ehemaligen Lagers tragen dazu bei, die Erinnerung an frühere Generationen wachzuhalten.

Die Themen des Ortes wirken bis in die Gegenwart. Wie schon vor Jahrzehnten leben heute wieder Menschen mit Fluchterfahrungen in Hülsen. Die Galerie schafft einen Ort, an dem solche Geschichten ihren Platz finden – verbunden durch Kunst, Gemeinschaft und die Bereitschaft, aus der Vergangenheit zu lernen.

Ausstellung

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8.Mai.2026

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